Spermiogenese: so entstehen männliche Spermien

Spermiogenese FruchtbarkeitUnter Spermiogenese, auch Spermatogenese genannt, versteht man die Bildung und Ausreifung der Samenzellen aus den Keimdrüsen im Hoden. Die Hoden befinden sich bis zur Geburt in der Bauchhöhle. Danach wandern diese nach außen in den Hodensack. Mit Einsetzen der Pubertät werden innerhalb der Hoden aus Keimsträngen die sog. Samenkanälchen, und durch Ausschüttung von FSH (Follikel stimulierendes Hormon) und ICSH (Interstitialzellen stimulierendes Hormon) aus der Hypophyse, beginnt der Entwicklungsprozess der Samenzellen.

Dazu sind verschiedene Entwicklungsschritte notwendig. Insgesamt dauert die Reifung 64 Tage. Während der Entwicklung und Ausdifferenzierung wandern die in unterschiedlichen Entwicklungsstadien befindlichen unreifen Zellen immer mehr Richtung Samenkanälchen, um dann als fertige Spermien in den Nebenhoden bevorratet zu werden.

  • Die Entwicklung der Samenzellen geschieht aus den Urstammzellen, den Spermatogonien, welche schon in der frühen Embryonalphase am Ende der 3. Woche gebildet werden. Durch Zellteilung entstehen daraus Spermatogonien Typ A und B. Die Spermatogonien liegen im äußeren Hodenbereich, an der Basalmembran. Spermatogonien Typ A teilen sich ständig weiter, um einen Vorrat an Stammzellen zur Verfügung zu stellen, Typ B entwickelt sich weiter zur Spermatocyte I. Über eine erneute Zellteilung (diesmal mittels Meiose) entstehen Spermatocyten II, welche sich wiederum teilen, und so zu Spermatiden entwickeln.
  • Spermatiden sind die letzte Vorstufe der Spermien, und enthalten nur noch den halben Chromosomensatz. Während der vollständigen Ausreifung streckt sich die Zelle und es entwickelt sich das Akrosom und eine Geißel. Das Akrosom enthält wichtige Enzyme, um die Schutzhülle der Eizelle aufzulösen und das Eindringen und damit die Befruchtung der Eizelle zu ermöglichen. Die Geißel dient der aktiven Fortbewegung, und somit dem Erreichen der Eizelle.

Gebildet werden pro Tag ca. 100 Millionen Spermien, im Ejakulat sind im Normalfall zwischen 40 und 200 Millionen enthalten. Die Spermienreifung ist ein sensibler Prozess, und kann massiv z.B. durch Hitze, Umweltgifte oder Vitalstoffmangel gestört werden. Mittels Spermiogramm kann die Anzahl und Qualität der Spermien untersucht werden, und so eventuell Einfluss auf die Fruchtbarkeit des Mannes genommen werden.

Vor allem die Aminosäure L-Arginin ist für die Spermiogenese wichtig, denn aus L-Arginin werden Spermin und Spermitin gebildet. Wer also seine Fruchtbarkeit steigern will, kann so seine Spermiogenese und seine Entwicklung der Spermien auf natürliche Weise unterstützen.

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