Neben zahlreichen sanften Heilmitteln – etwa Mönchspfeffer bei einer bekannten Gelbkörperschwäche – gibt es viele weitere alternativmedizinische Möglichkeiten, um die Fruchtbarkeit zu verbessern. Obwohl die Wirksamkeit nicht in allen Fällen wissenschaftlich erwiesen ist, sind die Befürworter und Anwender doch von den positiven Effekten durch Akupunktur, Fruchtbarkeitsmassage und homöopathische Mittel überzeugt.
Wissenschaftlich fundiert: orthomolekulare Medizin
Wer nach einer natürlichen, auch in der traditionellen Medizin anerkannte Methode sucht, wird in der orthomolekularen Medizin fündig. Orthomolekulare Medizin beschäftigt sich mit der Ernährung und der gezielten Einnahme hochdosierter Mikronährstoffe (Vitamine, Aminosäuren, Mineralstoffe und Spurenelemente, Omega Fettsäuren). Wer natürlich seine Fruchtbarkeit steigern will, sollte es lieber mit diesen bewährten Methoden orthomolekularer Medizin versuchen:
- L-Arginin, sie semi-essentielle Aminosäure, kann die Beweglichkeit und Menge der Spermien um das vierfache steigern und ist damit das erste Mittel der Wahl für Männer. Gleichzeitig wird die Erektionskraft gesteigert – eine sicher angenehme Begleiterscheinung. Ein immer wieder empfohlenes Produkt, in Apotheken erhältlich, ist amitamin Vitalität M forte, denn es enthält mindestens 67% mehr L-Arginin als die zweitbesten Produkte.
- Multivitamine, Q10 und Omega 3 Fettsäuren sind bekannt dafür, durch ihre antioxidative Kraft der Fruchtbarkeit der Frau auf die Sprünge zu helfen.
Akupunktur
Seit mehr als 2.000 Jahren setzt die Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) die Akupunktur zur Behandlung verschiedenster Krankheiten ein. Auch hierzulande ist dieses Heilverfahren mittlerweile recht populär und aufgrund der erwiesenen Erfolgschancen teilweise auch wissenschaftlich anerkannt. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass die Akupunktur auch bei einem Kinderwunsch hilfreich sein kann, doch ist dies bisher noch nicht eindeutig belegt (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12477502). Wenn die Akupunktur begleitend zu einer Kinderwunschbehandlung (IVF) durchgeführt wurde, zeigten sich bei einer Studie allerdings signifikant höhere Schwangerschaftsraten als in der Kontrollgruppe (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11937123).
Auch die männliche Fruchtbarkeit lässt sich durch Akupunktur möglicherweise steigern. Dies belegt unter anderem eine Studie, die das Spermiogramm vor und nach einer Akupunkturbehandlung vergleicht. Allerdings nahmen an der Untersuchung lediglich 16 Männer teil, so dass sie zwar einen ersten Hinweis liefert, aber statistisch nicht unbedingt aussagekräftigt ist (www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9272232)
Westliche Mediziner nehmen an, dass die Nadelstiche an den speziellen Körperpartien Reize in unserem Organismus auslösen, die zur Ausschüttung bestimmter Hormone (Endorphine) führen. Diese wiederum sind beispielsweise dafür bekannt, den weiblichen Hormonhaushalt zu regulieren. Da die Akupunktur außerdem das Vegetative Nervensystem (VNS) zu beeinflussen scheint, könnte dies zu einer verbesserten Durchblutung der Gebärmutter und der anderen Geschlechtsorgane führen. Chinesische Mediziner erklären die Wirkung von Akupunktur hingegen damit, dass sie für ein ungehindertes Fließen der Lebensenergie (Qi) sorgt.
Globuli und Schüßler-Salze
Viele homöopathische Arzneistoffe, die bei Krankheiten und Schmerzen verabreicht werden, sollen auch bei weiblicher und männlicher Unfruchtbarkeit helfen. So soll sich angeblich das Mittel Agnus castus D4 bei Gelbkörperschwäche bewährt, während Selenium D6 die Spermienqualität verbessern kann. Argentum metallicum D6 wird von Homöopathen dafür benannt, bei einer Unterfunktion der Eierstöcke zu helfen. Doch Frauen mit Myomen oder Zysten sollten es keinesfalls einnehmen.
Allerdings: Globuli und Schüßler-Salze halten keiner wissenschaftlichen Überprüfung stand, nicht für die Steigerung der Fruchtbarkeit und auch für keine anderen medizinischen Anwendungen. Daher ist eine Selbstmedikation bei bestehendem Kinderwunsch nicht ratsam.
Yoga
Die indische Lehre, die körperliche Übungen mit bestimmten Atemtechniken und Meditation kombiniert, wird auch in Europa immer populärer. Einige der zahlreichen Yoga-Varianten werden dabei gezielt zur Verbesserung der Fruchtbarkeit eingesetzt. So regen die speziellen Übungen die Durchblutung der Geschlechtsorgane an, verbessern den Hormonhaushalt und optimieren noch dazu die Körperwahrnehmung.
Hormonyoga wurde zwar ursprünglich zur Eindämmung von Wechseljahrsbeschwerden entwickelt, hilft aber auch Frauen mit unerfülltem Kinderwunsch, die körpereigenen Botenstoffe zu aktivieren und zu regulieren.
Fruchtbarkeitsyoga hingegen ist sowohl für Frauen als auch für Männer geeignet, die eigene Fertilität zu verbessern. Es kräftigt alle Beckenorgane und verbessert die Nährstoffzufuhr. Noch dazu soll Fruchtbarkeitsyoga dabei helfen, den mit dem Kinderwunsch verbundenen seelischen Druck auszugleichen und die derzeitige Situation besser zu bewältigen.
Die Übungen des Luna-Yoga® sollen vornehmlich die weibliche Fruchtbarkeit verbessern, können aber auch die Spermienqualität des Mannes steigern. Die deutsche Journalistin Adelheid Ohlig entwickelte in den 1980er Jahren diese spezielle Yoga-Form, die nicht nur klassische Yoga-Elemente beinhaltet, sondern auch die Fruchtbarkeitsrituale verschiedener Urvölker in die Übungen mit einbezieht. Mittlerweile ist Luna-Yoga® weltweit verbreitet und wird von zahlreichen Yogalehrern angeboten.
Fruchtbarkeitsmassage
Die Fruchtbarkeitsmassage, die in den 1990er Jahren durch die Frauenärztin Dr. Gowri Motha populär wurde, stimuliert die Geschlechtsorgane, löst unerwünschte Lymphansammlungen in den Geweben und regt den Stoffwechsel der Leber an. Die in London praktizierende Dr. Motha nutze die Therapie anfänglich vornehmlich, um die Erfolgschancen einer künstlichen Befruchtung zu verbessern.
Meist lassen sich hierzulande lediglich die Frauen mit Kinderwusch behandeln, doch ist eine Fruchtbarkeitsmassage ebenso beim Mann möglich und sinnvoll. Die Behandlung sollte einmal wöchentlich insgesamt sechs Mal durchgeführt werden. Nach einem halben Jahr kann die Massage erneut stattfinden, wenn bis dahin keine Schwangerschaft eingetreten ist. Nur relativ wenige Therapeuten in Deutschland bieten die Fruchtbarkeitsmassage an. Doch gibt es immer wieder Seminare, in denen auch Laien die Anwendung erlernen können.
Wenn es mit dem Kinderwunsch über einen längeren Zeitraum nicht klappt, dann ist es sinnvoll, die Ursachen medizinisch abklären zu lassen. Meist sind es zuerst einmal die Frauen, die während einer Routineuntersuchung beim Gynäkologen ihren Hormonstatus bestimmen lassen.
Nun tastet der Mediziner Ihren Hodensack mit den darin befindlichen Hoden und Nebenhoden ab. So kann er beispielsweise eine Hodenkrampfader (Varikozele) bemerken. Die Prostata und die Bläschendrüsen erreicht er über den Enddarm. Mithilfe einer schmerzlosen Ultraschalluntersuchung kann der Facharzt ebenfalls Auffälligkeiten der Geschlechtsorgane und der Harnwege feststellen. Der Mediziner wird außerdem Ihren Penis und die Brustdrüsen prüfen.
Da der männliche Körper kontinuierlich neue Samenzellen produziert (
Die Wechseljahre (Klimakterium) beginnen allerdings schon einige Zeit vor der Menopause. Sie bezeichnen den gesamten Zeitraum der Umstellung. Denn die Eierstöcke stellen immer weniger weibliche Sexualhormone her, wodurch die Menge der beteiligten Botenstoffe nach und nach immer weiter absinkt. Die Menstruationszyklen werden oft bereits sehr unregelmäßig, die Fruchtbarkeit nimmt stark ab.
Wechseljahre – das Phänomen kennt man nur bei der Frau. Oder?
„Vater werden ist nicht schwer …“ schrieb einst der bekannte Dichter Wilhelm Busch. Doch trifft dies leider nicht in jedem Fall zu. Immerhin gelten allein in Deutschland rund zwei Millionen Paare als ungewollt kinderlos. Untersuchungen zeigen, dass die Ursachen hierfür etwa ebenso häufig beim Mann zu finden sind wie bei der Frau.
achleute sprechen zwar erst dann von einer Sterilität, wenn Sie und Ihre Partnerin zwei Jahre lang regelmäßigen ungeschützten Geschlechtsverkehr hatten und trotzdem keine Schwangerschaft eingetreten ist. Doch Paare empfinden die Zeit des Wartens selbst nach einigen Monaten bereits als zermürbend.
Nicht nur das Alter der Frau kann über eine erfolgreiche Schwangerschaft entscheiden, auch Männer produzieren bereits mit 30 Jahren weniger Samenzellen als noch mit 25. Zwar können viele von ihnen noch bis ins hohe Alter Kinder zeugen, doch nimmt mit der verminderten Spermienproduktion die Wahrscheinlichkeit hierfür immer weiter ab. Untersuchungen gehen davon aus, dass sich die Anzahl der lebenden Spermien im Ejakulat bei 45-jährigen Männern (im Vergleich zu 18-Jährigen) durchschnittlich nahezu um 50 Prozent reduziert.
Während hormonelle Unregelmäßigkeiten, verklebte Eileiter oder eine Endometriose die Fertilität der Frau einschränken können, lässt sich bei Männern eine verminderte Fruchtbarkeit oft anhand der Spermienqualität erkennen. Denn nicht nur die ausreichende Anzahl lebender Samenzellen, auch deren Beweglichkeit und Form sind wichtig, um die Befruchtung einer Eizelle zu gewährleisten.